Mit “dragan” getaggte Einträge von rainboxx - Matthias Dietrich
Saturn sagte es uns vor: „Geiz ist geil!". Fast überall wurde dieser Begriff gern aufgenommen. Klar, sparen muss fast jeder. Aber ist Geiz immer die richtige Methode, um wirklich zu sparen? Ich meine nein, denn oft bedeuten billige Preise auch billige Produkte: manche enthalten schädliche Stoffe, sind aus minderwertiger Qualität und manche Lebensmittel beinhalten schlechtere Inhaltsstoffe. Daher ist in die eigene Abwägung immer die Qualität der Produkte und die eigenen Anforderungen heranzuziehen.
Bei öffentlichen Ausschreibungen zählt scheinbar nur das günstigste Angebot. Rolf, Alvar, Dragan und ich haben im April diesen Jahres an der öffentlichen Ausschreibung „Softwareprojekt Öffentliche Petitionen" teilgenommen. Die eingereichten Angebote aller Anbieter lagen preislich sehr weit auseinander: waren die Preise im oberen Segment meiner Meinung etwas zu hoch, waren sie im unteren Segment so niedrig, dass das Angebot für mich schon allein dadurch unseriös war. Wahrscheinlich war es aber gerade dieses Angebot, welches angenommen wurde, denn auch der öffentliche Haushalt muss sparen.
Seit Anfang des Monats sollte das neue System einsetzbar sein. Wie ist der Stand?
Am 13. Oktober hat Alvar einen kurzen Blick auf das vorhandene Etwas geworfen und komisches festgestellt. Während die Fehlermeldungen und der erstgenannte Teil, die Downloadmöglichkeit von Petitionsformularen, die per Adobe Acrobat ausgefüllt werden sollten (wie war das mit Barrierefreiheit?), nicht mehr vorhanden sind, ist das Simple Machines Forum immer noch online. Und das soll wohl auch so bleiben, scheint es.
Schauen wir mal drauf...
Wenn man sich nicht mit Foren auskennt, erkennt man auf den ersten Blick nicht, dass es sich um ein Forum handelt. Die Navigation zum „Forum" ist recht unscheinbar und selbst ich habe sie anfänglich übersehen. Die Seite ist grundsätzlich unterteilt in eine „Übersicht", ein „Forum" sowie „Hilfe" und „FAQ". Ist man eingeloggt, kann man nach Mitgliedern suchen, sein privaten Nachrichten einsehen, sein Profil ändern und auch löschen.
Auf der Übersicht ist die Übersicht der Petitionen sowie deren Autoren („Hauptpetent"), die Mitzeichnungsfrist und die Anzahl der Mitzeichner zu sehen. Die Namen der Hauptpetenten sind nicht verlinkt, mit einem Klick auf den Titel gelangt man zur Petition. Neben dem Inhalt sieht man dort auch die „neusten Diskussionsbeiträge" zu dieser Petition. Interessant ist hier, dass die Einträge im „richtigen" Forum von Benutzern wie „Nutzer1649" geschrieben wurden - die „Pseudonyme" der Benutzer werden hier wohl nicht beachtet.
Was mich auf einen Punkt bringt, der bei der Umsetzung irgendwie nicht beachtet wurde: sollte nicht eigentlich sichergestellt werden, dass ein „Herr Müller" wirklich der Herr Müller ist, für den er sich ausgibt? Nein, jeder kann sich mit jedem Pseudonym registrierten und unter diesem Schindluder treiben... Eine Prüfung findet lediglich durch eine Zwangsaktivierung per E-Mail statt.
Aber wieder zurück... Klickt man in der Liste nun auf einen Diskussionsbeitrag (wo nun teilweise Namen oder Nicknames anstatt der vom System vergebenen Benutzernamen dargestellt werden), kommt man ins Forum für diese Petition (jede Petition hat ein eigenes Forum in dem man beliebig Threads anlegen kann). Interessant ist, dass jede Petition einen vorbelegten Thread hat, der sich im Zweifelsfall mit dem Inhalt „-" zusammensetzt (oder ist dies nur eine Falscheingabe durch Benutzer, die fast überall auftritt, wenn kein weiterer Text angegeben wurde?). Zurück zur Petition kann man von hier aus nur noch mit den Zurück-Buttons des Browsers oder durch das erneute Suchen der Petition über die Übersicht. Eine Verbindung zwischen Forum und Petition ist also nur in einer Richtung vorhanden.
Lizenztechnische Probleme?
Alleine schon, dass das Simple Machines Forum (SMF) auf MySQL aufsetzt, ist eigentlich schon ein Problem. Denn MySQL ist keineswegs komplett frei und kostenlos für jeden einsetzbar; in bestimmten Konstellationen (wie hier möglicherweise der Fall?) fallen Lizenzkosten an, die eigentlich hätten ausgeschlossen sein müssen (laut Anforderungen).
Die Lizenz von SMF selbst besagt unter anderem:
Die Copyright-Hinweise (im Sourcecode und im Footer) dürfen nicht verändert oder gelöscht werden
Auf Anhieb ist im Footer jeder Seite nichts zu sehen. Markiert man aber mit der Maus den Link Impressum und was ihm bis zum Ende der Seite folgt, erkennt man den Copyright-Hinweis, welcher in der Hintergrundfarbe, also quasi unsichtbar, wiedergegeben wird. In meinen Augen stellt dies eine Verletzung der Lizenz dar!
Bei Modifikationen erhält Simple Machines LLC nicht-exklusive Lizenzfreie Rechte für die Modifikation
Zwar ist im Lizenztext in diesem Zusammenhang die Rede davon, wenn eine Modifikation „released" wird. Darunter kann man aber auch die Veröffentlichung in Form von „online betreiben" verstehen. Dann muss der Code an Simple Machines LLC ausgehändigt werden. Ich nehme stark an, dass dies nicht der Fall ist.
Fazit
Auch bei Ausschreibungen ist nicht alles, was günstig ist, gut. Die Anforderungen mögen im Großteil umgesetzt worden sein und die Kosten sind sicher nicht hoch gewesen. Ob das aber dem entspricht, was die Intention war und ob die Benutzer die Seite richtig annehmen, ist in meinen Augen fraglich. Auch entspricht es meiner Meinung nach nicht dem Stand der Technik. Da hätte man einiges besser machen können, wenn man nicht ein Forum als Basis verwendet hätte. Von der rechtlichen Problematik mal ganz zu schweigen (ich kann das sowieso nicht komplett beurteilen).
Bei öffentlichen Ausschreibungen zählt scheinbar nur das günstigste Angebot. Rolf, Alvar, Dragan und ich haben im April diesen Jahres an der öffentlichen Ausschreibung „Softwareprojekt Öffentliche Petitionen" teilgenommen. Die eingereichten Angebote aller Anbieter lagen preislich sehr weit auseinander: waren die Preise im oberen Segment meiner Meinung etwas zu hoch, waren sie im unteren Segment so niedrig, dass das Angebot für mich schon allein dadurch unseriös war. Wahrscheinlich war es aber gerade dieses Angebot, welches angenommen wurde, denn auch der öffentliche Haushalt muss sparen.
Seit Anfang des Monats sollte das neue System einsetzbar sein. Wie ist der Stand?
Am 13. Oktober hat Alvar einen kurzen Blick auf das vorhandene Etwas geworfen und komisches festgestellt. Während die Fehlermeldungen und der erstgenannte Teil, die Downloadmöglichkeit von Petitionsformularen, die per Adobe Acrobat ausgefüllt werden sollten (wie war das mit Barrierefreiheit?), nicht mehr vorhanden sind, ist das Simple Machines Forum immer noch online. Und das soll wohl auch so bleiben, scheint es.
Schauen wir mal drauf...
Wenn man sich nicht mit Foren auskennt, erkennt man auf den ersten Blick nicht, dass es sich um ein Forum handelt. Die Navigation zum „Forum" ist recht unscheinbar und selbst ich habe sie anfänglich übersehen. Die Seite ist grundsätzlich unterteilt in eine „Übersicht", ein „Forum" sowie „Hilfe" und „FAQ". Ist man eingeloggt, kann man nach Mitgliedern suchen, sein privaten Nachrichten einsehen, sein Profil ändern und auch löschen.
Auf der Übersicht ist die Übersicht der Petitionen sowie deren Autoren („Hauptpetent"), die Mitzeichnungsfrist und die Anzahl der Mitzeichner zu sehen. Die Namen der Hauptpetenten sind nicht verlinkt, mit einem Klick auf den Titel gelangt man zur Petition. Neben dem Inhalt sieht man dort auch die „neusten Diskussionsbeiträge" zu dieser Petition. Interessant ist hier, dass die Einträge im „richtigen" Forum von Benutzern wie „Nutzer1649" geschrieben wurden - die „Pseudonyme" der Benutzer werden hier wohl nicht beachtet.
Was mich auf einen Punkt bringt, der bei der Umsetzung irgendwie nicht beachtet wurde: sollte nicht eigentlich sichergestellt werden, dass ein „Herr Müller" wirklich der Herr Müller ist, für den er sich ausgibt? Nein, jeder kann sich mit jedem Pseudonym registrierten und unter diesem Schindluder treiben... Eine Prüfung findet lediglich durch eine Zwangsaktivierung per E-Mail statt.
Aber wieder zurück... Klickt man in der Liste nun auf einen Diskussionsbeitrag (wo nun teilweise Namen oder Nicknames anstatt der vom System vergebenen Benutzernamen dargestellt werden), kommt man ins Forum für diese Petition (jede Petition hat ein eigenes Forum in dem man beliebig Threads anlegen kann). Interessant ist, dass jede Petition einen vorbelegten Thread hat, der sich im Zweifelsfall mit dem Inhalt „-" zusammensetzt (oder ist dies nur eine Falscheingabe durch Benutzer, die fast überall auftritt, wenn kein weiterer Text angegeben wurde?). Zurück zur Petition kann man von hier aus nur noch mit den Zurück-Buttons des Browsers oder durch das erneute Suchen der Petition über die Übersicht. Eine Verbindung zwischen Forum und Petition ist also nur in einer Richtung vorhanden.
Lizenztechnische Probleme?
Alleine schon, dass das Simple Machines Forum (SMF) auf MySQL aufsetzt, ist eigentlich schon ein Problem. Denn MySQL ist keineswegs komplett frei und kostenlos für jeden einsetzbar; in bestimmten Konstellationen (wie hier möglicherweise der Fall?) fallen Lizenzkosten an, die eigentlich hätten ausgeschlossen sein müssen (laut Anforderungen).
Die Lizenz von SMF selbst besagt unter anderem:
Die Copyright-Hinweise (im Sourcecode und im Footer) dürfen nicht verändert oder gelöscht werden
Auf Anhieb ist im Footer jeder Seite nichts zu sehen. Markiert man aber mit der Maus den Link Impressum und was ihm bis zum Ende der Seite folgt, erkennt man den Copyright-Hinweis, welcher in der Hintergrundfarbe, also quasi unsichtbar, wiedergegeben wird. In meinen Augen stellt dies eine Verletzung der Lizenz dar!
Bei Modifikationen erhält Simple Machines LLC nicht-exklusive Lizenzfreie Rechte für die Modifikation
Zwar ist im Lizenztext in diesem Zusammenhang die Rede davon, wenn eine Modifikation „released" wird. Darunter kann man aber auch die Veröffentlichung in Form von „online betreiben" verstehen. Dann muss der Code an Simple Machines LLC ausgehändigt werden. Ich nehme stark an, dass dies nicht der Fall ist.
Fazit
Auch bei Ausschreibungen ist nicht alles, was günstig ist, gut. Die Anforderungen mögen im Großteil umgesetzt worden sein und die Kosten sind sicher nicht hoch gewesen. Ob das aber dem entspricht, was die Intention war und ob die Benutzer die Seite richtig annehmen, ist in meinen Augen fraglich. Auch entspricht es meiner Meinung nach nicht dem Stand der Technik. Da hätte man einiges besser machen können, wenn man nicht ein Forum als Basis verwendet hätte. Von der rechtlichen Problematik mal ganz zu schweigen (ich kann das sowieso nicht komplett beurteilen).
Dragan kenne ich von der Arbeit bei plusW. Er hatte dort zu meinen Anfangszeiten ein paar HTML-Seiten mit JavaScript umgesetzt. Bei meinem gesurfe eben bin ich auf seine Website gestossen, und siehe da, er hat auch einen Blog.
Darin gibt er einen genialen E-Commerce Tipp für Leute, die sich immer wieder über das unnötig viele Verpackungsmaterial ärgern. Sehr geil :).
Ausserdem zeigt er einen Screenshot vom Dock des neuen Leopards:
-- Nachtrag:
Dragans Frau, Olia Lialina, hat einen wirklich sehr interessanten Artikel über die Unterschiede beziehungsweise die Veränderungen zwischen dem volkstümlichen Web der Mittneunziger und dem Web der Gegenwart verfasst. Er ist eine Nachfolge des ersten Artikels, welcher vor ca. 2,5 Jahren auf Telepolis veröffentlicht wurde. Sie geht in der zweiten Version darauf ein, dass Homepages, wie sie wahrscheinlich fast jeder von uns einmal erstellt hatte, heutzutage so gar nicht mehr bestehen. Homepages sind heutzutage Profile, Accounts, Channels, Blogs und so weiter.
Ich mache mich nun an die erste Version, die ich noch nicht gelesen habe... Für die zweite, geht's hier lang!
Darin gibt er einen genialen E-Commerce Tipp für Leute, die sich immer wieder über das unnötig viele Verpackungsmaterial ärgern. Sehr geil :).
Ausserdem zeigt er einen Screenshot vom Dock des neuen Leopards:
Dragans Frau, Olia Lialina, hat einen wirklich sehr interessanten Artikel über die Unterschiede beziehungsweise die Veränderungen zwischen dem volkstümlichen Web der Mittneunziger und dem Web der Gegenwart verfasst. Er ist eine Nachfolge des ersten Artikels, welcher vor ca. 2,5 Jahren auf Telepolis veröffentlicht wurde. Sie geht in der zweiten Version darauf ein, dass Homepages, wie sie wahrscheinlich fast jeder von uns einmal erstellt hatte, heutzutage so gar nicht mehr bestehen. Homepages sind heutzutage Profile, Accounts, Channels, Blogs und so weiter.
Ich mache mich nun an die erste Version, die ich noch nicht gelesen habe... Für die zweite, geht's hier lang!

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