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Twitter - ein unnützes Tool?

Vorweg: was ist Twitter? Wahrscheinlich kennt jeder der Leser Twitter schon, aber dennoch hier eine kurze Erklärung:

Twitter ist ein Microblogging-Tool. Man hat 140 Zeichen zur Verfügung und kann dort hineinschreiben, was man gerade tut. Setzt man ein @-Zeichen gefolgt von eine Twitter-Benutzernamen nach vorne, antwortet man diesem Benutzer, über diverse Tools wird auch der jeweilige beantwortete "Tweet" referenziert. Mit einem 'd' gefolgt von einem Leerzeichen und dann einem Twitter-Benutzernamen kann man eine Direktnachricht an diesen Benutzer schicken, die nur von dem Sender und dem Empfänger gelesen werden kann.

Seit Jahren denke ich, Twitter ist ein sinnloses Tool. Ich habe nie verstanden, warum so viele Leute darauf abfahren und ihren Tag dort beschreiben oder was sie gerade tun. Ich kam einfach nicht dahinter, es machte keinen Sinn für mich. Also habe ich ein Experiment gewagt und meinen schon lange brachliegenden Benutzernamen in die Hand genommen und angefangen zu twittern.

Inzwischen habe ich 18 follower (Personen, die meine Tweets lesen) und folge 22 anderen Personen. Das sind im Vergleich zu anderen Twitteren nicht viele, reicht momentan aber völlig - ich habe ja nicht den ganzen Tag Zeit, Twitter zu lesen. Unter den Tweets sind eigentlich nur wenig Texte mit dem Sinninhalt eines Satzes wie "ich gehe gerade auf's klo". Vielmehr wird Twitter als ein halb-öffentlicher Chat verwendet. Im Unterschied zu einem normalen Chat werden die Nachrichten nicht gezielt an eine Person geschickt, sondern einfach nur veröffentlicht. Damit ist niemand gezwungen, in die Konversation einzusteigen sondern jedem steht es frei, etwas beizutragen.

So habe ich mitbekommen, dass sich Leute über Twitter verabreden, nur dadurch, dass eine Person schreibt, sie gehe jetzt an einen bestimmten Ort. Oder auf der LeWeb-Konferenz letzte Woche: Loic Le Meur, der Organisator, hatte per Twitter gebeten, ihm eine Apple Remote zu bringen (eine Fernbedienung für den Mac). Ein paar wenige Minuten später hatte sich mindestens eine Person im Veranstaltungsraum gefunden, die sie ihm bringt.

Es gibt also durchaus sinnvolle Anwendungsfälle für Twitter, vorne weg als Informationskanal für Firmen (die Bahn twittert z.B. über Verspätungen ihrer Züge). Aber natürlich gibt es auch die andere, nicht so sehr nützliche Seite. Z.B. wenn private Leute über ihren Alltwag twittern. Ich habe für mich noch keinen sinnvollen Anwendungsfall zum selbst twittern gefunden, lese eher oder beteilige mich an Diskussionen. Ich werde aber meinen Account beibehalten und weiterhin fleißig mitlesen und auch ein wenig schreiben - vielleicht finde ich mal einen Use-case. Zu erreichen ist mein Twitter-Account hier: http://www.twitter.com/rainboxx.

Kommentare 4 Kommentare

Sven schrieb am 13.01.09 um 14:49:

Du hast ja selbst einige sinnvolle Anwendungsbeispiele für Twitter gegeben. Dazu gehört selbstverständlich nicht der "ich bin grad auf einer wichtigen Sitzung";) Tweet, aber das mit der Bahn ist sehr sinnvoll. Besonders gut kann es meiner Ansicht nach institutionell, z.B. auch touristisch genutzt werden. Fragen wir doch mal anders: Welchen Personen folgst Du denn und warum?

Hallo Sven, ich folge zum Teil Personen die ich persönlich kenne. Dieser Kreis wurde ausgedehnt auf Personen, die meine Bekannten kennen und in meinem Umkreis leben. Ich bekomme so mit, was in und um Stuttgart passiert und was die Bekannten so den Tag über erleben - das fängt an vom Frühstück ;), geht über Neuigkeiten in der Stadt, Staus, neue Restaurants weiter zu teilweise ganz nebensächlichen Sachen. :) Vielleicht trifft man sich auch mal im RL - da gibt es zum Beispiel eine Gruppe, die jeden Montag in die Sneak gehen. Die hätte ich ohne Twitter nicht kennen gelernt.

Twittert ihr vom Reiseunternehmen aus?

Sven schrieb am 19.01.09 um 12:34:

Hallo Matthias,

na das hört sich doch gut an. Zumal Twitter es ja einem immer erlaubt, sich mal zurückzuziehen und nicht zu veröffentlichen, was man gerade macht. Aber zum Socializing find ich es auch ziemlich cool, vor allem, wenn man in eine andere Stadt gezogen ist oder so. Ich bin zwar auch bei Twitter angemeldet aber nutze es bisher kaum, eigentlich gar nicht. In Deutschland ist die Twitter-Welle noch nicht losgebrochen, daran wird's wohl liegen. Nun, im Grunde ist es ja ein nützlicher Service, wenn wir Flug-Specials oder Lastminute-Angebote über Twitter bekannt gäben. Noch sind wir nicht so weit, aber ich finde das dennoch gut. Ich stelle mir dabei aber immer die Frage, ob ich es selbst nutzen würde, was ich nicht unbedingt bejahen kann. Denn plane ich einen Urlaub oder einen Flug, dann werde ich gezielt danach suchen. Würdest Du den Dienst nutzen? Glaubst Du, dass sich Menschen beteiligen würden, wenn sie gerade einen Urlaub planen? Also eigentlich käme es auf einen Versuch an.

Hi Sven,

hm, ich könntet mir vorstellen, dass ich so einem Dienst followen würde, wenn nicht jedes kleine Update oder "Angebötchen" getwittert werden würde - sprich wenn nicht ständig ein tweet kommt. Zu viel würde mich nerven, wenn ich nicht akut etwas suche. Allerdings plane ich als Freiberufler meinen Urlaub bisher recht kurfristig. Von daher könnte ich mir vorstellen, ein Angebot auch tatsächlich anzunehmen.

Wenn ich allerdings akut etwas suche, würde ich wohl nicht auf die Idee kommen, nur deshalb den Tweets zu followen - denn dann möchte ich Informationen so schnell wie möglich und vor allem auch vergleichen können.

Aber warum nicht einfach mal versuchen? Es gibt sicher viele Personen, die mal schnell in den Kurzurlaub (unter einer Woche) wollen. Wochenendtripps in Städte oder in die Berge, an Seen oder (bäh! ;)) nach Mallorca. Wenn das entsprechend weit bekannt wird, könnte das auch ein wenig Einnahmen bringen - und kann dazu noch in die eigene Website als eine Art Newsticker integriert werden.

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